Herkunft von Honig: Was ändert sich?

Jürgen Knecht von Jungborn Honig im Gespräch über die Honigverordnung
Foto: Jungborn

Jürgen Knecht von Jungborn Honig im Gespräch über die Honigverordnung Juni 2026

Ab Mitte Juni 2026 gilt eine neue Honig-Verordnung in der EU und somit auch in Deutschland. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen dadurch besser darüber informiert werden, woher der Honig stammt. Bisher reichte dafür die Angabe: „Aus EU- und Nicht-EU-Länder.“ Das wird sich nun ändern. Versandhaus Jungborn Geschäftsführer Jürgen Knecht, mit „Jungborn Honig“ einer der bedeutenderen Online-Anbieter von Honigspezialitäten aus aller Welt, informiert Sie über die Neuerung.

Herr Knecht, was ändert sich für uns alle, die wir Honig auf unser Frühstücksbrötchen lieben?

Im Grunde haben jetzt alle Verbraucherinnen und Verbraucher mehr Klarheit und Transparenz, was die Herkunft Ihres Lieblingshonigs angeht. Denn auf dem Etikett, gut sichtbar auf der Vorderseite, müssen ab sofort alle Herkunftsländer eines Honigs in absteigender Reihenfolge explizit genannt werden. Beispiel: „Ursprungsländer: Deutschland 60 %, Spanien 25 %, Ungarn 15 %“. Für kleine Verpackungen unter 30 Gramm sind ISO-Ländercodes erlaubt. (DE 60%, ES 25%, HU 15%). Liegt der Anteil eines Erzeugerlandes über 95%, so ist nur dieses Land zu nennen. Es gibt also eine 5%-ige Toleranzlinie.

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Die Änderungen der Honigverordnung sind also positiv?

Absolut, das ermöglicht Verbrauchern einfach mehr Transparenz. Deutschland liebt Honig – im Schnitt isst jede/-r rund ein Kilo pro Jahr. Doch nur etwa ein Drittel des Honigs im Supermarkt stammt tatsächlich aus heimischer Produktion, da hier nicht genug Honig produziert wird. Der Rest – über 70.000 Tonnen jährlich – wird importiert und kommt vor allem aus China, Türkei, Rumänien, Argentinien und Mexiko. China ist dabei das größte Produktionsland für Honig weltweit. Wir als Spezialitätenanbieter stehen für die Geschmacksvielfalt und -Bandbreite bei Honig und sind aufgrund unserer benötigten Mengen auf den Import von Honig aus dem Ausland angewiesen. Denn ca. 80% des in Deutschland erzeugten Honigs werden direkt von den Erzeugern auf Wochenmärkten oder ab Hof vermarktet. Auf diese „Direktvermarktungsmengen“ haben wir somit leider keinen Zugriff.

Ist denn die Qualität deutscher Honige besser?

Diese Frage ist eindeutig mit einem Nein zu beurteilen. Honig aus dem Ausland wird extrem streng kontrolliert und unterliegt einer Vielzahl von Analysen, um Fälschungen auszuschließen. Speziell die Ware aus China und Südamerika wird durch die Qualitätssicherung mehrfach kontrolliert, da hier in der Vergangenheit einige Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Dafür sind die vielen Kontrollen u.a. auch von den staatlichen Untersuchungsämtern notwendig und wichtig. Aber: die speziellen Laboranalysen sind teuer, ein Großteil des deutschen Honigs aus der stattfindenden Selbstvermarktung entzieht sich den Kontrollen.

Wird der Honig jetzt teurer, weil Sie neue Etiketten bestellen müssen?

(lacht) Nein, wir sind gut vorbereitet auf die Neuerung und es gibt eine Übergangsregelung für alle Honige, die bis zum Stichtag 14.06.26 abgefüllt wurden. Wir haben höchstens in einigen Fällen ein Platzproblem auf dem Etikett bzw. der Verpackung, zum Beispiel bei unseren Honiggeschenken wie das „Honig-Glück“ oder bei einer Auswahl an vielen verschiedenen reinen Sortenhonigen wie bei unserer „Honigsymphonie“ – da könnte es vom Platz her eng werden.

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