Kaufmann. Polarforscher. Menschenfreund.
Er war ein Vordenker seiner Zeit, liebte die Natur und verband seine Mission für mehr „Lebensglück und Lebensfreude“ mit kaufmännischem Geschick: Max Naumann, der Gründer von Jungborn. Dies ist seine Geschichte!
Max Naumann wurde 1890 in Berlin geboren und lernte bereits in früher Jugend durch seinen Vater, einem Geo-Wissenschaftler der Berliner Humboldt-Universität, die Polargebiete, fast alle europäischen Länder sowie Afrika kennen. Sein Onkel war Lebensmittelhändler in Bremen – von ihm lernte er durch seine Ausbildung ab 1907 das Kaufmannshandwerk. Nach seiner aktiven Lehrzeit war Naumann als Kaufmann in der Im- und Exportbranche tätig, auch im kolonialen Handel mit Übersee.
Weggefährte von Prof. Dr. Alfred Wegener
Nach Ende des ersten Weltkriegs lernte er 1920 über seinen Vater den berühmten deutschen Meteorologen sowie Polar- und Geowissenschaftler Prof. Dr. Alfred Wegener kennen, den er zeitlebens förderte. Für seine Verdienste für die deutsche Polarforschung bekam er 1954 den Titel „Bremer Ehrensenator“ verliehen.
Rudolf Steiners Anthroposophie
Seit dieser Zeit beschritt Max Naumann erfolgreich zwei berufliche Wege: zum einen den der aktiven Unterstützung der deutschen Polarforschung sowie zum anderen den eines erfolgreichen Kaufmanns. Und er interessierte sich für Anthroposophie (griechisch für „Menschenweisheit“). Diese Lebensphilosophie ist eine von Rudolf Steiner (1861–1925) begründete, spirituell-esoterische Weltanschauung, die den Menschen als Einheit von Leib, Seele und Geist versteht.
Revolutionär: der Postversand von Waren

Bereits zu Ende des Jahres 1870 gab es in Deutschland erste Ansätze zum Versand von Waren, vornehmlich Bekleidung, Werkzeug und erstaunlicherweise Fahrräder, allerdings eher auf regionaler Ebene. Mitte der 1920iger Jahre kam das Modell „Versand“ dann national mehr und mehr in das Interesse, auch hier vornehmlich mit Mode und dazu gehörigen Accessoires, seit 1921 gab es erste Versender für Tee- und Kaffee aus Bremen und Hamburg.
Naumanns Interesse für Anthroposophie und eine gesunde Lebensführung führten schließlich 1931 dazu, dass er den ersten deutschlandweit agierenden Versandhandel für „Lebensglück und Lebensfreude“ mit einer Reihe gesunder Lebensmittel und Kosmetikprodukte unter dem Namen „Landhaus Jungborn“ gründete. Dazu gehörten sorgfältig ausgewählte Erzeugnisse wie eine Vielzahl von Arzneitees, naturreinen Getreide- und Mehlsorten, Knoblauch-Essenzen, Salben, Massageprodukte und verschiedene Hautöle in hochwertiger Qualität.
Warum „Jungborn“?
Der Name „Jungborn“ entstammt dabei einer Bewegung, die als Gegengewicht der starken Industrialisierung seit 1890 die menschlichen Bedürfnisse in natürlicher und ganzheitlicher Betrachtung interpretiert und lebt. Dazu gehörte z.B. auch der Vegetarismus. Die 1896 im Harz gegründete Kuranstalt „Jungborn“, was übersetzt „Jungbrunnen“ bedeutet, gilt als Deutschlands erste und größte Naturheilanstalt. Als Heilmittel der Natur wurden Wasser, Erde, Licht und Luft in Kombination mit Heilgymnastik und anderen Naturheilverfahren erfolgreich angewendet.
Bis heute
Max Naumann führte das Unternehmen bis ins Jahr 1973 und verkaufte es im selben Jahr mit 83 Jahren gesundheitlich angeschlagen an den Bremer Honigunternehmer Walter Bergmann. Er wurde 86 Jahre alt.

Das Landhaus Jungborn, das 1996 in „Versandhaus Jungborn“ umbenannt wurde, konnte sich im Geiste Max Naumanns über all die Jahre erfolgreich behaupten. Zukäufe prominenter Bremer Kaffeeversender wie zum Beispiel Schilling- und Ogo-Kaffee und eine großflächige und stets zeitgemäße Erweiterung der Angebotspalette machen Jungborn bis heute so attraktiv für eine wachsende Kundenschar.