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Kaffee - von Äthiopien nach Europa
Über die Entdeckung der anregenden Wirkung des Kaffees existieren viele Legenden. So soll äthiopischen Nomaden
aufgefallen sein, dass ihre Ziegen und Kamele nach dem Verzehr bestimmter Beeren besonders lebhaft herumsprangen.
Mönche
Eine andere Legende erzählt
von Mönchen, die die Früchte
des Kaffeestrauchs kosteten.
Von dem bitteren Geschmack
enttäuscht, warfen sie die
Früchte ins Feuer, woraufhin
sich ein köstlicher Duft verbreitete.
Neugierig kochten die
Mönche aus den nun gerösteten
Bohnen einen Aufguss,
der ihnen gut mundete. Auch
priesen sie ihn als Geschenk
Gottes, da er ihnen half, während
des Gebets wach zu
bleiben.
Hafen Mocha
Von Äthiopien gelangte der
Kaffee vermutlich durch arabische
Sklavenhändler über den
jemenitischen Hafen Mocha
nach Arabien und von dort
nach Europa.
Anbaugebiete
Heute wird Kaffee praktisch
überall rund um den Äquator
angebaut. Die bei uns erhältlichen
Kaffeesorten sind Mischungen
aus den Anbaugebieten:
Kolumbien, Guatemala,
Nicaragua, Brasilien, Kenia,
Äthiopien und Tansania.
Venezianische Händler brachten den Kaffee Anfang des 17. Jahrhunderts nach Italien. Von da kam er über England und Frankreich um 1670 nach Deutschland.
Die erste Bremer Konzession für ein Kaffeehaus wurde 1673 erteilt. Das war gleichzeitig die erste Kaffeestube Deutschlands. Daraufhin folgten dann viele andere.
Heute haben die Großfi rmen den Markt übernommen, es gibt nur noch eine handvoll Kleinröstereien.
Ogo Kaffee, Bremen
Berthold Goedeke gründete
1928 die Ogo-Kaffeerösterei
in der „Kaufmannsstadt“
Bremen und begann mit dem
Versand von „Ogo röstfrischem
Kaffee aus Bremen“.
Sein Ziel war es, den Menschen
den Genuss von Kaffee
zu ermöglichen und ihnen Anregung
und
Entspannung
zu verschaffen.
Die Bestellliste
mit
Kaffee, Tee,
Kakao und
Gebäck war
schon damals
beachtlich.
Bereits 1920 wurde Schlüter Kaffee von Armin Schlüter Senior in Bremen gegründet. Schon bald wuchs der kleine Betrieb zu einem geachteten Versandunternehmen der Kaffee- und Zigarrenbranche. Das ist lange her, das Sortiment wurde stetig verbessert und erweitert, und nach wie vor bürgt der Name „Haus Schlüter“ für beste Qualität und erstklassigen Service. Denn: „Der Tradition verbunden, offen für den Fortschritt“, das waren die Prinzipien damals und sind es auch heute noch.
Schilling Kaffee, Bremen
Elisabeth Schilling, die Frau
des Kaufmanns Martin Schilling,
kam 1904 auf die Idee,
gerösteten Kaffee an Freunde
und Verwandte zu verkaufen.
Sie suchte nach einer neuen
Einnahmequelle, da es der
Firma ihres Mannes recht
schlecht ging.
Schnell wurde der Kaffeeverkauf zu einem Erfolg und sie warb bei reichen Gutsfrauen für ihren Kaffee - mit großem Erfolg. Ihr Mann übernahm nun die Leitung, neue Räume wurden gesucht und 1923 noch einmal erweitert. Von da ab war die Weserburg auf dem Bremer Teerhof der Sitz der Firma Kaffee Schilling. Heute ist die Weserburg ein Museum für Gegenwartskunst. Ausgestellt wird internationale Kunst aus Privatsammlungen.
Warum schmeckt
unser Kaffee seit über
75 Jahren so gut wie
in der Gastronomie?
Unser Geheimnis ist die Sicherung
unserer hohen Qualitätsstandards.
Das Ziel ist
es bereits seit über 75 Jahren,
dass Ihre Tasse Kaffee zu
Hause genauso gut schmeckt,
wie in Ihrem Lieblings-Café.
So kaufen wir nicht nur die besten Arabica-Bohnen entlang des Äquatorialgürtels ein, sondern legen auch bei der Weiterverarbeitung nach der Ernte Wert auf höchste Qualitätsstandards.
Damit erhält unser Kaffee immer einen besonders vollen und einzigartigen Geschmack.
Überzeugen Sie sich selbst und probieren Sie das wunderbare Aroma unseres exklusiven Kaffees.
Die Kaffeepfl anzen präparieren sich nach der Ernte ab Februar für die neue Blüte in den Anbaugebieten zwischen den Wendekreisen in Höhen von etwa 600 bis 1200 m.
Ende April, Anfang Mai sind die Blüten ausgebildet, aber noch geschlossen. Wenn die ersten starken tropischen Regenschauer niedergehen und das Regenwasser ca. 20 bis 30 cm in den Boden eindringt, öffnen sich die Knospen.
Die Blüten brechen bei ausreichend Regen ca. 8 Tage später auf. Ein herrlicher Anblick breitet sich für wenige Tage auf der Plantage aus. Insekten, welche man sonst nicht sieht, werden von der weißen Blütenpracht angelockt.
Nicht immer kommen alle Blüten gleichzeitig zum Blühen. Oft gibt es Pfl anzen, die Blüten, rote und grüne Kirschen zum gleichen Zeitpunkt tragen. Innerhalb von 9 Monaten entstehen aus den Blüten die reifen roten Kaffeekirschen.
Die beiden wichtigsten Arten des Kaffeegewächses sind Coffea Arabica, Coffea Canephora, auch Robusta genannt.
Die Arabica-Art stammt ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland und liefert die wichtigste und qualitativ hochwertigste Kaffeebohne. Robusta stammt aus Uganda und wurde erst 1860 entdeckt. Robusta ist schnellwüchsiger, ertragreicher und widerstandsfähiger als die Arabica-Sorte. Allerdings ist ihre Bohne weniger aromatisch.
Die Ernte
Am Anfang der Kaffeegewinnung
steht die Ernte der Kaffeekirschen.
Die Haupterntezeit
liegt zwischen Dezember
und März. In Äquatorialregionen
kann sie jedoch auch
zweimal jährlich stattfi nden.
Es wird zwischen zwei Arten der Ernte unterschieden: Bei der „Picking-Methode“, die den qualitativ hochwertigsten Kaffee hervorbringt, werden nur die roten gesunden Kaffeekirschen gepfl ückt. Grüne hingegen bleiben zur weiteren Reifung am Strauch.
Die andere Methode ist die „Stripping-Methode“, die auch als „Kaffeemelken“ bezeichnet wird. Hierbei wird so lange gewartet, bis die Mehrzahl der Kaffeekirschen rot sind. Dann werden alle Früchte eines Zweiges mit einer Art Kamm abgestreift.
Diese Methode bedarf der sorgfältigen nachträglichen Kontrolle. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit werden jedoch des öfteren qualitätsmindernde Kirschen übersehen. Dieses spiegelt sich auch im Preis des Endproduktes wider.
Die Trocknung
Nach der Ernte müssen die
Kaffeebohnen möglichst
schnell aus den Kirschen herausgelöst
werden, da diese
wasser- und zuckerhaltig sind
und schimmeln würden. Anschließend
werden die Bohnen
gereinigt, sortiert und getrocknet.
Auch hier gibt es
zwei Verfahren: das Trockenund
das Nassverfahren.
Das Trockenverfahren kann nur in Gebieten mit ausreichend trockenem Klima stattfi nden. Die Kaffeekirschen werden ausgebreitet und ständig gewendet, bis sie komplett ausgetrocknet sind. Nach 2-3 Wochen können die Bohnen dann mittels Schälmaschinen aus ihren Gehäusen gelöst werden.
Beim Nassverfahren reinigt fl ießendes Wasser die Kaffeekirschen und sortiert reife und unreife Früchte auseinander. Die unreifen schwimmen dann auf der Oberfl äche. Das Fruchtfl eisch quillt bei diesem Prozess auf und wird dann vom sogenannten Pulper von den Bohnen gequetscht. In ein- bis zweitägigen Gärprozessen löst sich das restliche Fruchtfl eisch von den Bohnen, die in großen Bottichen aufbewahrt werden. Anschließend werden die Bohnen erneut gewaschen, bis auch der letzte Rest Fruchtfl eisch entfernt ist. Daraufhin trocknen die Bohnen noch für kurze Zeit.
Die Auslese
Die Auslese ist bei der Kaffeeproduktion
ein ständiger Prozess,
da Kaffeekäfer, einzelne
gärende oder unreife Bohnen
einen großen Teil der Ernte
ungenießbar machen können.
Es wird zwischen Handauslese und Auslese durch Sortiermaschinen unterschieden. Dann folgt noch eine Kontrolle durch Bohnenkontrolleure. Nach der Auslese werden die Bohnen dann nach Größe und Farbe sortiert und in Säcke zu je 60 kg zur Verschiffung verpackt.
Von der Bohne in die Tasse
Die rohe, getrocknete Kaffeebohne
ist für den Menschen
ein unattraktives Produkt. Sie
enthält zwar den begehrten
Aufputscher Koffein, aber
kaum nennenswerte Aromastoffe.
Erst durch das Rösten
wird sie zu dem veredelt,
was man Kaffee nennt. Rösten
heißt: ohne Zusatz von Wasser
erhitzen. Die Bohne muss
dabei Temperaturen von ca.
250°C erreichen, damit die
chemischen Prozesse ablaufen
können, die das Aroma erzeugen.
Im Grunde ist das Rösten von Kaffeebohnen ähnlich wie Kuchen backen oder Fleisch braten. Es kommt darauf an, die richtigen Temperaturen zu erzeugen und zum richtigen Zeitpunkt den Prozess zu stoppen. Kaffeebohnen werden heute in speziell dafür entwickelten Anlagen geröstet. Diese erlauben eine perfekte, in Industrieanlagen oft elektronische Kontrolle von Zeit und Temperatur. An der Farbe der Bohne kann allerdings ein erfahrener Röstmeister schon mit bloßem Auge erkennen, wann die Bohnen fertig sind. Vom käsigen Gelb der rohen Frucht muss sich die Farbe zu einem kräftigen, dunklen Braun verändert haben.
Die Röstung
Der Vorgang des Röstens besteht
aus drei Arbeitsschritten:
Füllen, Rösten und Kühlen.
Die Bohnen werden in eine beheizbare Trommel eingefüllt, in der sie in durchschnittlich 5-6 Minuten auf bis zu 250°C erhitzt werden. Damit eine gleichmäßige Erwärmung gewährleistet ist, rotiert im Inneren der Trommel ein spiralförmiges Schaufelwerk, das die Füllung permanent umrührt. Sind die Bohnen fertig, müssen sie zügig abgekühlt werden, um die im Inneren in Gang gesetzten chemischen Prozesse zu stoppen. Dies geschieht meist auf einem gut durchlüfteten Sieb, auf dem wiederum eine rotierende Schaufel für gute Durchmischung sorgt. Damit der Kaffee sein volles Aroma entfalten kann, muss er gemahlen werden.
Frisch geröstet und gemahlen schmeckt er am besten. Entscheidend hierbei ist der Mahlgrad: Umso feiner die Bohnen gemahlen sind, umso stärker lösen sich die Inhaltsstoffe aus ihnen heraus. Da Kaffee nach dem Mahlen sehr schnell sein Aroma verliert, ist es wichtig ihn danach umgehend luftdicht zu verpacken.
Neben dem Farbwechsel von Gelb nach Braun, kann man von außen noch zwei deutliche Veränderungen beobachten: Das Gewicht der Bohnen nimmt ab und ihr Volumen zu. Bei solch hohen Temperaturen verdampft natürlich ein Großteil des Wassers aus der Rohbohne. Eine Reihe von anderen Substanzen wird durch die Erhitzung ebenfalls fl üchtig und kann der Bohne entströmen. Warum aber wird sie beim Rösten größer? Um dieses Rätsel aufzuklären, muss man einen Blick durch das Mikroskop wagen, denn das wahre „Drama“ spielt sich in der Bohne ab.
Neben seinem Ruf als Muntermacher sind Duft und Aroma der Hauptgrund für die Beliebtheit des Kaffees. Die Aromastoffe, die beim Rösten in der Bohne entstehen, werden beim Mahlen und Kochen freigesetzt.
Was das Aroma chemisch gesehen ist, versuchen Forscher schon seit vielen Jahren herauszufi nden. Jedoch ist erst 1995 die vollständige Entschlüsselung aller Aromageruchsstoffe gelungen. Lange glaubte man, dass hinter dem Kaffeearoma - wie bei vielen anderen pfl anzlichen Nahrungsmitteln - nur ein dominierender Aromastoff steckt. Inzwischen fand man heraus, dass Kaffee mit mehr als 1000 Aromastoffen eines der aromareichsten Nahrungsmittel ist. Allerdings weiß man auch, dass nur etwa 25 Aromastoffe den Kaffee zu dem machen, was er ist. Einige dieser Substanzen kommen in extrem geringen Spuren vor: Ihre Konzentration entspricht der Verteilung von einer Tasse dieser Substanz im Bodensee.
Kaffee wird allgemein häufi g als „Muntermacher“ bezeichnet und diesem Ruf wird er auch durchaus gerecht. Er bringt den Körper in Gang, fördert die Durchblutung des Großhirns und die Herzfunktion, steigert den Blutdruck und die Körpertemperatur, aktiviert das zentrale Nervensystem, stimuliert die Atmung und regt die Verdauung an. Diese aufmunternde Wirkung verdankt er dem Koffein, das zudem schlafhemmend und antidepressiv wirkt. Es blockiert die Wirkung des schlaffördernden Botenstoffes Adenosin.
Inhaltstoffe
Kaffee besteht aus ca. 1000
Inhaltsstoffen, von denen ca.
800 bekannt sind. Sie können
in Kohlenhydrate, Wasser,
Fettstoffe, Säuren, Eiweißstoffe,
Alkaloide, Mineralstoffe
und Aromastoffe unterteilt
werden.
Wirkungsweise
Ernährungswissenschaft und
Medizin kommen aufgrund folgender
Erkenntnisse zu dem
Schluss, dass Kaffee ein Genuss
ohne Reue sein kann:
Kaffee und
Gesundheit
Kaffee ist nach Wasser das
am häufi gsten getrunkene
Getränk weltweit. Schon seit
über 1000 Jahren lieben die
Menschen dieses einzigartige
Getränk mit seinem intensiven
Duft und Aroma, sowie
vor allem wegen seiner angenehmen
und belebenden
Wirkung. Gleichwohl streiten
sich seit jeher die Geister
über dessen mögliche unerwünschte
Eigenschaften.
Heute belegen zahlreiche Studien, dass Kaffee in Maßen genossen (4-5 Tassen pro Tag) nicht nur gesundheitlich unbedenklich ist, sondern sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzt.
Koffein
Die Wirkung des Koffeins erstreckt
sich zunächst auf das
zentrale Nervensystem, von
dort aus sind dann viele Funktionen
des Körpers betroffen.
So regt Koffein die Herztätigkeit
an, steigert Blutdruck
und Körpertemperatur, stimuliert
die Muskeltätigkeit,
erweitert Bronchien und Blutgefäße,
regt die Verdauung
an und führt zu vermehrtem
Wasserlassen. Normalerweise
beginnt das Koffein nach
30-45 Minuten im Körper zu
wirken, nach 1,5 Stunden ist
die maximale Konzentration
erreicht. Allerdings ist die
Stärke der Wirkung abhängig
von individuellen Faktoren,
so z.B. vom Stoffwechsel des
Konsumenten.
Wer von Natur aus einen schnellen Stoffwechsel hat, baut auch Koffein schneller ab. Schwere Menschen verarbeiten Koffein meist etwas langsamer als leichtgewichtigere; ältere Menschen sind empfi ndlicher als junge. Schwangere und Frauen, die die Pille nehmen, bauen Koffein etwas langsamer ab; Raucher schneller.
Ein wenig Koffein und bei den meisten Menschen verschwinden Abgespanntheit, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Die Aufmerksamkeit wird erhöht, die Konzentrationsfähigkeit nimmt wieder zu, die Stimmung steigt.
Koffein gilt als eine Substanz, die die Leistung steigert. Aber es steigert nicht die Intelligenz, sondern nur diese indirekten Faktoren Stimmung, Konzentration und Aufmerksamkeit.
1. Stimmt es, dass
Kaffee nüchtern
macht?
Diese beliebte Illusion muss
leider aufgegeben werden.
Kaffee hilft keineswegs, den
Alkohol schneller abzubauen.
Aber Kaffee hebt die Stimmung,
verbessert die Konzentration
und wirkt überhaupt
anregend - man spürt
für kurze Zeit die Wirkung des
Alkohols nicht mehr.
3. Vertragen Kinder
Koffein schlechter
als Erwachsene?
Nein! In Versuchen wurde
festgestellt, dass Kinder (aber
nicht Säuglinge!) Koffein genauso
gut abbauen wie Erwachsene
und auch keine
anderen oder stärkeren Wirkungen
zu befürchten haben.
Kinder lehnen Kaffee aber oft
von sich aus wegen des bitteren
Geschmacks ab.
2. Trinken Raucher
mehr Kaffee als
Nichtraucher?
Ja! Dafür gibt es nicht nur einen
psychosozialen Grund
(„Gemütlichkeit“, Kaffeepause
= Zigarettenpause), sondern
auch einen physiologischen:
Nikotin beschleunigt den Abbau
von Koffein um mehr als
das Doppelte! Deshalb können
Raucher allgemein mehr
Koffein vertragen.
4. Wussten Sie,
dass Kaffee ein
Dopingmittel ist?
In den letzten Jahren wurden
mehrmals Sportler in
der Dopingkontrolle auffällig,
weil sie vor dem Start zu
viel Kaffee getrunken hatten.
Zwar hat das Internationale
Olympische Komitee Koffein
von der Liste der Doping-Mittel
gestrichen, doch bei den
Leichtathleten gilt ein noch
kritischer Grenzwert.
5. Sollten Schwangere
auf Kaffee
verzichten?
Zumindest sollten sie den Koffeingenuss
reduzieren. Koffein
tritt durch die Plazenta
hindurch und erreicht das ungeborene
Kind, das mit denselben
Symptomen reagiert
wie seine Mutter (Herzklopfen
etc.). Es gibt sogar neugeborene
Kinder starker Kaffeetrinkerinnen,
die nach der
Geburt Entzugserscheinungen
zeigten. Diese klingen allerdings
nach ein paar Tagen
ab. Säuglingen fehlt ein Enzym
in der Leber, das Koffein
abbauen kann. Mäßige Koffeinzufuhr
schadet aber normalerweise
nicht.
6. Stimmt es, dass
Kaffeetrinker ihr
Gewicht besser
halten können?
Stimmt bedingt! Koffein erhöht
den Grundumsatz des Körpers.
Es werden für dieselbe
Tätigkeit oder auch in der Ruhephase
mehr Kalorien verbrannt
als ohne Koffein. Allerdings
ist damit keine relevante
Gewichtsabnahme verbunden.
Koffein dämpft aber auch
das Hungergefühl und wurde
deshalb lange Zeit Appetitzüglern
und Diätmitteln beigegeben.
7. Ist das Koffein im
Tee bekömmlicher
als im Kaffee?
Nein! Das Koffein wirkt gleich,
unterscheidlich sind nur Menge
und Begleitstoffe. Zunächst
enthält eine Tasse Tee durchweg
weniger Koffein als eine
Tasse Kaffee (ca. 50 mg gegenüber
ca. 80 mg). Außerdem
fehlen dem Tee die magenreizenden
Röststoffe des
Kaffees, deswegen ist Tee
auch besser bekömmlich.
Alkaloid
Stickstoffhaltige Natursubstanz,
die in bestimmten
Pfl anzengattungen (z.B. Kaffee,
Tee, Kakao) vorkommen.
Aufbereitung
Verarbeitungsschritte nach
der Kaffee-Ernte, bei der die
Kaffeesamen (Kaffeebohnen)
von Fruchtfl eisch (Pulpe),
Pergamenthülle und Silberhäutchen
befreit werden.
Unterschieden wird zwischen
Trocken- und Nassaufbereitung.
Auch das Sortieren und
Polieren gehört zur Aufbereitung,
d.h. zur Herstellung, des
Rohkaffees.
Bitterstoffe
Bitterstoffe gehören in unterschiedlichen
Konzentrationen
zu den Bestandteilen jedes
Röstkaffees. Sie gelangen
bei der Extraktion in das Getränk
oder treten bei zu langem
Warmhalten hervor. Bei
reizstoffarmen Kaffees werden
die Anteile der Reiz- und Bitterstoffe
im Rahmen der Veredelung
reduziert.
Blending
Das Mischen von Kaffees unterschiedlicher
Sorten, Provenienzen
oder Röstgrade.
Cappuccino
Italienische Kaffeespezialität:
Ein frisch gebrühter Espresso
(25-30 ml), der in einer großen
Tasse (180-200 ml) zubereitet
wird. Danach wird bis
zum Tassenrand mit frisch aufgeschäumter
Milch aufgefüllt
und eine Prise echter Kakao
auf die Milchschaumhaube
gestreut.
Chargenröstung
Röstung bestimmter Rohkaffeequantitäten
unter gleichen
Röstbedingungen, um für die
gesamte Charge ein qualitativ
einheitliches Endresultat zu
gewährleisten.
Coffea Arabica
Überwiegend im Hochland angebaute
Kaffeeart, auf die fast
70% der Weltkaffeeproduktion
entfällt.
Coffea Canephora
(Robusta): Gegen Krankheiten/
Schädlinge resistente, jedoch
kälteempfi ndliche Kaffeeart.
Anbau vorwiegend in geringen
Höhenlagen/im Flachland, Anteil
an der Weltkaffeeproduktion
fast 30%.
Crema
Die unter anderem für guten
Espresso typische haselnussbraune
Schaumdecke, die das
Getränk bedeckt.
Darreichungsform
Die Konsistenz, in der der
Röstkaffee als Endprodukt ins
Regal gelangt, z.B. ganze Bohne,
gemahlener Kaffee, gefriergetrockneter
Kaffee oder Instant-
Kaffeepulver.
Druck
Unerlässlich für die ausreichende
Extraktion bei der Espresso-
Zubereitung:
Das heiße Wasser schießt mit
mindestens 9 bar Druck durch
das Espressomehl.
Einbrand(verlust)
Bezeichnung für den Gewichtsverlust
des Rohkaffees
bei der Röstung (beträgt bis
zu 20%).
Espresso
Geschmacksintensive, typisch
italienische Kaffeespezialität.
Die Basis sind besonders
dunkel geröstete Kaffeebohnen
und ein kurzer Brühvorgang
unter hohem Druck.
Extraktion
Das Herauslösen der Geschmacks-
und Aromastoffe
aus dem Kaffeemehl durch
heißes Wasser (Brühvorgang).
Fermentation
Arbeitsschritt der Nassaufbereitung
der Kaffeekirschen, bei
der die noch von der Pergamenthülle
umgebenen Kaffeebohnen
in großen Wasserbecken
schwimmen.
Gerbsäure
Eine von mehr als 83 im Rohkaffee
nachgewiesenen Säuren.
Handhebelmaschine
Espressomaschinen der gehobenen
Preiskategorie, bei
der der Druck beim Brühvorgang
mittels Handhebel manuell
gesteuert wird.
Instant-Kaffee
Pulverisierter Röstkaffee, der
mit heißem Wasser zubereitet
werden kann.
Italienische Röstung
Der dunkelste der 5 „klassischen“
Röstgrade, auch als
Espresso-Röstung bezeichnet.
Resultat sind Kaffees mit
eher bitterem oder leicht süßlichem
Geschmack und relativ
geringem Säuregehalt.
Java
Neben Ceylon, Sumatra, Bali,
Timor und Celebes gehörte
Java zu den ersten niederländischen
Kolonialgebieten, in
denen der Kaffeeanbau bereits
im 17. Jahrhundert systematisch
vorangetrieben wurde.
Kornstärke
Die Kornstärke ergibt sich aus
dem beim Mahlen der gerösteten
Kaffeebohnen gewählten
Mahlgrad.
Lungo
Italienische Kaffeespezialität:
„Caffé lungo“ ist ein mit einem
Schuss heißen Wasser „verlängerter“
Espresso.
Macciato
Italienische Kaffespezialität:
„Caffé macchiato“ ist ein normaler
Espresso, dem ein Löffel
frischer Milchschaum zugegeben
wird.
Mahlung
Je nach Zubereitungsart (z.B.
Filterkaffee oder Espresso)
sollten die Bohnen unterschiedlich
fein gemahlen werden.
Nassaufbereitung
In der Regel für Arabica-Kaffees
genutzte aufwendige Methode
der Aufbereitung.
Optimalbedingungen
Als optimal für die Espresso-
Zubereitung gelten eine Wassertemperatur
von 86-91°C
und ein Extraktionsdruck von
9-15 bar.
Peptide
Zu den umfangreichen, chemischen
Veränderungen bei
der Röstung gehört die Zerlegung
der Eiweiße der Kaffeebohne
in Peptide. Diese treten
bei dunkleren Röstungen
als Öle an die Oberfl äche der
Bohne.
Picking
Selektive Erntemethode, bei
der von Hand nur die jeweils
reifen Kaffeekirschen vom
Kaffeestrauch gepfl ückt werden.
Pulpe
Die Fruchthülle der Kaffeefrucht,
von der die Samen
(Kaffeebohnen) im Rahmen
der Aufbereitung beim so genannten
„Entpulpen“ befreit
werden.
Qualitäten
Unterschiedliche Kaffeequalitäten
ergeben sich aus dem
komplexen Zusammenspiel
von Rohkaffee-Qualität.
Röstgrade
Je nach Dauer und Temperatur
des Röstvorgangs werden
in den Röstereien Kaffees
unterschiedlicher Röstgrade
- von hell bis dunkel - hergestellt.
Röststraße
Bezeichnung für industrielle
„fl ießbandähnliche“ Röstanlagen,
die eine computergesteuerte,
weitgehend automatisierte
Kaffeeröstung (mit
meist sehr kurzer Röstzeit) ermöglichen.
Röstung
Der wichtigste Schritt der Kaffeeveredelung,
bei dem sich
die Rohkaffee-Bohne chemisch
vollständig verändert
und das für Röstkaffee typische
Aroma entsteht.
Serving
Tassenweise vorportioniertes
Espressomehl in einer aromadichten
Einzelverpackung.
Das manuelle Dosieren des
Kaffeemehls entfällt hierdurch.
Stripping
Erntemethode, bei der mit
speziellen „Kämmen“ alle Kaffeekirschen
(reife, unreife und
überreife Früchte) von den
Kaffeesträuchern abgestreift
werden.
Trommelröstung
Klassisches Röstverfahren, bei
dem kleinere Mengen Rohkaffees
in einer von außen erhitzten
Trommel ca. 6-30 Minuten
bei starker Hitze geröstet und
mit Luft schonend abgekühlt
werden.
Turboröstung
In Großröstereien eingesetztes
Verfahren, bei dem große
Chargen Rohkaffees aus industriellen
Röststraßen für ca.
3-5 Minuten bei starker Hitze
geröstet und meist mit Wasser
abgekühlt werden.
Unbehandelt
Unbehandelte Röstkaffees gelangen
mit ihrem natürlichen
Charakter in den Verkauf. Im
Gegensatz dazu werden behandelte
Kaffees z.B. durch
Entkoffeinieren oder Entzug
von Reiz- und Bitterstoffen in
ihrem Ursprungscharakter verändert.
Varietät
Bezeichnung für verwandte
Arten, die zu einer gemeinsamen
Gattung gehören. So
werden die beiden Kaffeearten
Coffea Arabica und Coffea
Canephora als Varietäten der
Gattung Coffea bezeichnet.
Veredelung
Zur Veredelung des Rohkaffees
gehören alle Verarbeitungsschritte
bis zum fertigen
Produkt wie z.B. Röstung,
Blending, Mahlung sowie weitere
Behandlungsmethoden.
Wasserhärte
Die Wasserhärte ist ein Maß
für die Menge der im Wasser
gelösten Mineralien, insbesondere
Calcium und Magnesium.
In Deutschland ist die
Maßeinheit der deutsche Härtegrad
(°dH). Der ideale Härtegrad
für Heißgetränke beträgt
8-9 °dH. Die Wasserhärte
Ihrer Wohnregion können
Sie bei Ihren Wasserwerken
erfragen.
Welthandelsabkommen
1962 von 50 Erzeuger- und
26 Verbraucherländern unterzeichnetes
Handelsabkommen,
dass die Weltkaffeeproduktion
durch feste Produktionsquoten
reguliert.
Zubereitungsmethoden
Im Laufe der Kaffeegeschichte
wurde eine Vielzahl verschiedener
Aufguss- bzw.
Brühverfahren mit den entsprechenden
Geräten entwickelt.
Je nach Methode
lassen sich aus dem Ausgangsprodukt
Kaffee ganz
unterschiedliche Resultate erzielen.
Filterkaffee
In Deutschland, aber auch in
den USA und in der Schweiz
am weitesten verbreitet ist der
Filterkaffee. Wir kennen ihn
alle: über Kaffeepulver, das
sich in einer Filtertüte befi ndet,
wird siedend heißes Wasser
gegeben.
Espresso
Er wird unter anderem in Italien
getrunken. Hier wird Wasser
unter hohem Druck (9–15
bar) durch fein gemahlenen
Kaffee gepresst. Dabei bildet
sich ein feiner Schaum aus
Kaffeeölen, die Crema.
Türkischer Kaffee
Er wird auf dem Balkan getrunken.
Für türkischen oder
griechischen Kaffee wird sehr
fein gemahlener Kaffee mit viel
Zucker und Wasser in einem
Kupferkännchen aufgekocht.
Café au lait
Die Zubereitungsarten variieren
je nach Geschmack
und Größe des verwendeten
Trinkgefäßes. Immer mit sehr
viel heißer, meist nur ein wenig
aufgeschäumter Milch.
Diese wird über einen verlängerten
Espresso (Lungo),
einen doppelten Espresso
oder auch mal über starken
Filterkaffee gegeben.
Eierlikör-Kaffee
Zutaten:
4 cl Eierlikör,
4 cl
Ananassaft,
10 cl kalter,
schwarzer Kaffee.
Im Shaker
alle Zutaten mixen und im
Cocktailglas mit vier Eisstücken
servieren.
Kirschkaffee
Zutaten:
1/3 Cognac,
1/3 Kirschsaft,
1/3 kalter,schwarzer
Espresso oder Kaffee.
Alle
Zutaten im Shaker mit zerkleinertem
Eis zubereiten und im
Cocktailglas servieren.



